Tagebuch einer Hundemama: Kapitel I - IV

Kapitel I: Das Liebes- Abenteuer!

Eigentlich haben die Frauchen ja gedacht, ich würde schon im letzten Jahr wieder heiß… Den Gefallen hab’ ich ihnen natürlich nicht getan, weil ich von den Menschen des Hundeclubs (ja, so was gibt’s- extra für uns Hunde :-) wusste, dass ich im letzten Jahr keinen Sex mehr hätte haben dürfen (wie gemein). Also hab’ ich mit meiner Läufigkeit schön bis dieses Jahr gewartet (ich weiß nämlich, dass immer wenn es bunte knallende Fäden regnet, ein neues Jahr beginnt!).
Meine Mamas und ich hatten uns auch schon ein Sahneschnittchen in Holland (ich glaube das ist das Land, wo der leckere Hundeschul- Käse her kommt) ausgeguckt. Nachdem ich zum Blut abnehmen beim Hundearzt war, kam ein Anruf von dem. Und ganz plötzlich wurden alle hektisch. Die Sachen wurden gepackt, Brandy und Robin zu Alex Eltern gebracht und dann fuhren wir ganz lang im Auto. Ich war auch schon total aufgeregt, denn immer, wenn ich läufig bin und die Frauchen mit mir alleine Auto fahren, wartet ein ganz schicker Hundemann auf mich :-))) Und so war es auch dieses Mal!
Es war schon dunkel, als das Auto leise wurde und die Mamas ausstiegen. Meine Anspannung wurde immer größer. Doch dann stiegen sie wieder ein und sagten, wir würden zu einem Freund fahren, der uns Hunden „beim Decken helfen“ solle. Was für ein Quatsch das war! Wir fuhren also im Dunkeln im Platzregen durch das Käseland hinter einem schwarzen Auto her. Plötzlich wurden die Frauchen tierisch hektisch und fluchten herum. Das Auto vor uns mit meinem Lover drin war weg!!!! Wie furchtbar! Gott sei Dank gibt es die sprechenden Knochen und so war irgendwann mein Zukünftiger wieder in Reichweite:-)

Als wir dann aus dem Auto ausstiegen, hatte ich ihn schon in der Nase. Wie gut er roch! Wir gingen durch eine Haustür und da stand er! Stattlich, hübsch und super süüüüüß! Na ja, es ist mir zwar etwas peinlich, aber zum Kennenlernen nahmen wir uns keine Zeit. Ich war aber auch rattig (schließlich hatte ich ein ganzes Jahr keinen Sex!). Außerdem hatte ich Angst, dass der Süße wieder weg geht! Nach wenigen Minuten waren wir schon fertig- hihi!
Als wir dann in unser Ferienhaus fuhren, schlief ich schnell ein und träumte so toll von meinem Cuby, dass ich direkt nach dem Wachwerden wieder zu ihm wollte!!! Das haben meine Menschen wohl gemerkt, denn nachher durfte ich wieder zu ihm (obwohl wir wieder so stürmisch waren, dass es wieder nur Minuten gedauert hat). Da es beim ersten Mal so gut „geklappt“ hat (ich weiß zwar nicht, warum die dachten, dass wir das nicht alleine hinkriegen?!), durften wir uns dieses Mal bei Cuby zuhause lieben. Ich wollte ihn auch gar nicht mehr gehen lassen und konnte mir das wollüstige Grunzen während dem Hängen nicht verkneifen ;-) Hundemänner sind nämlich total romantisch und bleiben noch viele Minuten nach dem Akt in uns Hündinnen drinnen!

Da ich ahnte, dass wir bald wieder heimfahren würden (die Taschen waren schon wieder gepackt), amüsierten Cuby und ich uns am darauf folgenden Tag noch mal kräftig! Er ist aber auch sooo süüüüß! Ein Sahneschnittchen halt!
Ich weiß zwar noch nicht wie ich es meiner Familie beichten soll, aber ich glaube, dass Cuby mir zur Erinnerung an die schönen Tage ein paar kleine Fellknäuel hinterlassen hat!? Wenn ich ehrlich bin, würde ich gerne noch mal Babys bekommen… Aber vielleicht sind sie schon auf dem Weg:-)))

Kapitel II: Ein Valentinstag der besonderen Sorte:-)

Liebster Cuby,
ich muss Dir was beichten (*hihi*): Du wirst Vater! Und sogar mehrfacher! Aber so wie ich Dich kennen gelernt habe, kommst Du Deinen Vaterpflichten mit Freude nach und wirst unsere Kleinen auch mal besuchen kommen. Ach, danke übrigens für die Glückwünsche zur Schwangerschaft und der total lieben Valentinstagskarte:-)
Aber ich will Dir alles von Anfang an erzählen. Denn so gut wie heute ging es mir nicht die ganze Zeit! Ein paar Wochen nach unseren sehr aufregenden Rendevous wurde mir übel… Stell Dir vor, ICH (und Du kennst mich Vollweib:-) habe eine Woche fast nichts gegessen! Meine Frauchen sagen, das wäre alles genau nach „Zeitplan“, denn es sei wohl oft so, dass einer Trächtigen in der vierten Schwangerschaftswoche schlecht sei. Von Dingen, die in Büchern stehen, habe ich keine Ahnung. Mein Körper hat anscheinend nur gespürt, dass es wohl mehr Babys werden wie die letzten Male, sodass er angeordnet hat, noch ein wenig abzuspecken, damit ich nachher nicht zu dick werde! Ich habe jetzt wieder eine Traumfigur (vor unserem Date hatte ich 33 kg, jetzt habe ich nur noch 32 kg:-) Aber wohl nicht mehr lange…
Meine Tochter Brandy ist momentan ein bisschen unsicher, da ich sie immer zurechtweisen muss, wenn sie zu wild mit mir spielen will. Und beim täglichen Gassi hänge ich auch schon  zurück. Ich denke, dass sie und Robin auch schon wissen, was los ist!
Heute sind Dörte und Alex mit mir dann zur Tierärtzin gefahren- Ultraschall, um zu schauen, ob ich trächtig bin! Die Menschen werden es nie lernen, hundische Zeichen richtig zu deuten. Denn für mich war das klar! Aber für meine Frauchen war es anscheinend total wichtig, die Puppies (bzw. im Moment sieht man nur so kleine Blasen, Fruchthüllen nennen die das, mit Punkten darin) schwarz auf weiß auf dem Fernseher zu sehen! Und das, obwohl das bei mir auch weiß auf schwarz (weißes Fell auf schwarzer Haut *hihi*) steht! Aber wenn schon mal ein Bild von unseren Engeln gemacht wurde, will Dir das nicht vorenthalten. Du kannst ja bei Deinen Kollegen damit herumprahlen (so machen das die Menschenpapas zumindest).
Mein süßer Cuby, ein schöneres Valentinstagsgeschenk hättest Du mir gar nicht machen können:-)Ich habe Dich lieb, Deine blonde Traumhündin Anny Mae

Kapitel III: Schwanger sein und schwanger fühlen...

Liebes Tagebuch,
jetzt hat doch tatsächlich meine 7. Schwangerschaftswoche schon angefangen! Zumindest sagen das die Frauchen. Für mich ist das einfach die „ich werde immer dicker und schwerfälliger und habe Hunger für zehn“ - Woche!
Ich merke wirklich, dass alles immer anstrengender und schwerfälliger wird. Am Anfang der 4. Woche bin ich zum Dummy holen sogar noch über Bäume gesprungen (siehe Beweisphoto), jetzt laufe ich lieber ein paar Schritte mehr und um den Baum drumherum:-) Naja, ich habe jetzt ja auch schon „Brumschelmaße“ (88 cm hinter den Rippen und 76 cm in der „Taille“:-) Da sollte man keine sportlichen Höchstleistungen mehr erwarten. Obwohl meine Frauchen immer dafür sorgen, dass ich genug Bewegung bekomme;-( Wobei ich mich auch immer überreden lasse, mit Gassi zu gehen (nur bei entsprechender Belohnung versteht sich). Ich bekomme nämlich seit ein paar Tagen nach jedem größeren Spaziergang einen Hundemama- Pudding! Robin und Brandy sind immer ganz neidisch... Aber meistens bekommen die auch einen Klecks davon und dürfen meine Schüssel auslecken- gnädig, gell? Aber wenn ich schon von allen bevorzugt werde, habe ich beschlossen einen auf „Queen Mum“ zu miemen:-) Wie das aussieht? Ganz einfach: Ich jammere bspw. so lange mit treuem Hundeblick bis wir endlich unser Fressen bekommen. Und ich lasse beim Spaziergang alle nach meinem Tempo gehen *hihi*. Es ist ja so viel schöner, Zeitung zu lesen und nach jedem 3. Schritt ein kleines Päuschen einzulegen als durch den Wald zu rennen (Brandy sieht das natürlich anders). Außer es fliegt ein Dummy! Dann kann ich auch Gas geben. Wobei auch das so langsam keinen Spaß mehr macht, weil alle immer lachen, wenn ich mit meinem Schlabberbauch ins Galoppieren komme;-(
Da ich ja mittlerweile ganz genau spüre, dass meine Babys wachsen, muss ich mir so langsam Gedanken über die Geburtsstätte machen. Man weiß ja nie, wann die Kleinen den Weg ins Licht gehen wollen! Also hab ich mir gedacht, ich buddele auf allen Feldern, die ich kenne, Löcher! Ich weiß zwar, dass man das normalerweise nicht macht, aber irgendeine innere Stimme drängt mich quasi dazu! Ich glaube die Menschen nennen das Instinkte oder so. Ich bin mal gespannt, welche der vielen Wurfhöhlen sich meine Babys nachher aussuchen- oder ob sie doch wieder die heimische Couch vorziehen... :-)

Kapitel IV: Vom Mutterschiff und Beutefang….

Nachdem mich die Frauchen eben wieder mit dem gelben Band vermessen haben, haben sie laut gelacht und gesagt, ich hätte den Meter geknackt- und das schon am 57. Tag! Aber dafür, dass ich jetzt schon dicker (ich will nix hören- das ist nur Muskelmasse, Fruchtwasser und Föten:-) bin als beim letzten Wurf unmittelbar vor der Geburt geht es mir den Umständen entsprechend gut! Ich liebe es einfach, wenn alle mich so betüddeln:-) Es ist aber auch so toll, wenn die Menschen meinen Babybauch streicheln! Vor allem, wenn die Kleinen wieder Fruchthüllen- Fußball spielen, wirkt das richtig beruhigend auf sie! Deshalb laufe ich den ganzen Tag hinter meinen Menschen her und schmiege mich an sie. Ich will natürlich gestreichelt werden, aber es gibt meinen Frauchen anscheinend auch das Gefühl, dass sie an meiner Trächtigkeit teilhaben! Zumindest rieche ich immer ganz viel Glück bei ihnen, wenn sie mein Bäuchlein streicheln:-)
Seit ein paar Tagen darf ich nicht mehr mit den anderen spazieren gehen, sondern gehe mehrmals am Tag kleinere Runden. Es ist nicht so, dass ich die große Runde nicht mehr schaffen würde, aber die Frauchen haben gemeint, dass wir, wenn ich mitgehe für die normale Runde 3 Stunden brauchen und der Kriechgang durch den Wald Brandy und Robin nicht auslasten würde. Na ja, so darf ich wenigstens alleine auf den Feldern buddeln und nach geeigneten Wurfhöhlen suchen. Das ist anscheinend auch so was „instinktives“, denn eigentlich weiß ich ja schon, dass ich auf der neuen Couch meine Babys bekommen will:-)
Aber durch das Buddeln habe ich jetzt ein neues Hobby entdeckt: Lebendbeutefang!!! Was das ist? Was ganz leckeres!!! Aber ich will Dir dieses besondere Erlebnis genauer schildern: Neulich war ich mit meinem Rudel auf dem Feld spazieren. Brandy ist ja der totale Buddel- Freak und da ich ja Wurfhöhlen graben muss, hab’ ich mich zu ihr gesellt. Plötzlich lief aus ihrem Loch so ein graues, felliges Ding auf vier Beinen (die Menschen nennen das Maus) heraus und mir unmittelbar vor den Fang! Ich musste quasi nur noch das Maul aufmachen und schwupp- weg war sie! Ein Mal kurz drauf gebissen und dann geschluckt! Das war das Spannendste und Leckerste, was ich seit langem erlebt habe:-) Jetzt suche ich natürlich jedes Mal, wenn wir auf dem Feld sind nach so einer feinen Zwischenmahlzeit. Aber das Beste ist, dass die Frauchen mich noch nicht mal dabei stören, weil sie denken, ich würde Wurfhöhlen graben! So leicht lassen sich die ach so schlauen Menschen hinters Licht führen;-)))
Aber ansonsten (also außer der Maussuche und Dummys holen) ist Bewegung ganz schön anstrengend geworden! Manchmal ertappe ich mich selber dabei, wie ich wie so ein Walross an zu schnauben fange! Peinlich, oder? Nur mein Frauchen Dörte tut mir leid. Ich hatte Dir ja schon mal erzählt, dass ich sie immer in ihrem rollenden Stuhl begleite. Sie sagt dann immer „Komm’, wir gehen joggen“. Dann bekommen wir Hunde unsere Geschirre an und gehen wir nacheinander mit ihr laufen (das ist gar nicht so wenig anstrengend wie Du jetzt vielleicht denkst!). Aber jetzt dürfen nur noch die anderen mit ihr die langen Touren machen. Ich glaube sie denkt, dass ich das nicht mehr schaffen würde! Aber weiß sie denn nicht, dass ich mir lieber die Seele aus dem Leib laufe, als sie alleine fahren zu lassen? Um ihr das zu zeigen, stehe ich die ganzen 2 Stunden, die sie mit den anderen unterwegs ist, an der Tür und warte und fiepe herum! Meistens hilft das auch und ich darf wenigstens ein bisschen Schneckenjogging machen:-)
Ich spüre, dass sich meine C- Angels so langsam auf den Weg machen! Sie treten wie wild gegen meine Bauchdecke. Ob das weh tut willst Du wissen? Nein, nicht wirklich! Es ist eher ein schönes Gefühl zu wissen, dass sie leben und es ihnen gut geht. Das ist ja schließlich die einzige Sprache, die sie im Moment sprechen können! Ich freue mich so sehr darauf, wenn die Kleinen auf der Welt sind und ich ihnen das Sprechen beibringen kann- also wie man gucken muss, um ein Leckerli zu bekommen, wie man miefern muss, wenn man Pipi muss, wie man anderen Hnd zeigt, dass man freundlich ist und spielen will und so weiter… Es ist erstaunlich, wie schnell die kleinen Racker dies alles lernen!
Auch die Frauchen haben wohl gemerkt, dass es nicht mehr allzu lange dauert, denn sie haben die Holzkiste aufgebaut, in der ich mit meinen Babys immer gelegen habe! Die ist aber auch kuschelig! Sie ist ausgestattet mit flauschigen Fellen und steht mitten im Wohnzimmer, sodass ich trotz meinen Mutterpflichten nichts verpasse! Und in dem anderen Zimmer liegen stapelweise Handtücher und Laken. Na dann kann es ja so langsam losgehen…
Oh, jetzt muss ich mal Schluss machen. Dörte steht hier mit unseren Geschirren. Ich glaube ich darf jetzt wieder „auf Kriechgang“ gehen:-)

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